Inklusion, Teilhabe, Gleichberechtigung – alle Menschen sollten im privaten und beruflichen Umfeld die gleichen Möglichkeiten haben, um sich zu entwickeln; eine Behinderung sollte dabei keine Rolle spielen. Das ist ein Ideal unserer Gesellschaft. Aber wie sieht die Realität aus? Unser Interviewpartner ist Inklusionsexperte, sowohl aus akademischer Sicht als auch aus eigener Erfahrung. Über einen ganz eigenen Lebensweg.

Dr. Carsten Rensinghoff

Carsten Rensinghoff erlitt im Alter von zwölf Jahren ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Den Tag, an dem der Unfall passierte, nennt er „D-Day“. Bis zur Entlassung aus der Reha-Klinik verging ein ganzes Jahr; übrig blieb eine spastische Hemiparese links. Bis zum „D-Day“ war sein Leben ganz normal verlaufen: Er ging in Witten zur Schule, hatte Instrumentalunterricht und verbrachte seine Freizeit mit Freunden. Danach war alles anders – die Freunde gingen weiter aufs Gymnasium in Witten, Carsten Rensinghoff wurde mit dem Bus zur Schule für Körperbehinderte nach Bochum gefahren. Eigentlich wollte er damals Organist werden, Kirchenorgel fand er immer toll.