Physiotherapie auf Intensivstation ist eine Herausforderung: Dort liegen schwer betroffene Menschen, deren Leben eventuell gerade „am seidenen Faden“ hängt und die somit auf Pflege- und Therapieprofis angewiesen sind. In Studium und Ausbildung ist es allerdings nicht selbstverständlich, dass die künftigen Therapeuten auf diese anspruchsvolle Tätigkeit ausreichend vorbereitet werden. Ein Projekt aus dem Schwarzwald zeigt einen Weg auf.

Unsicherheit überwinden

Aus Gesprächen mit unseren Studierenden des Studiengangs Physiotherapie der Hochschule Furtwangen im Schwarzwald wissen wir, dass sich viele der zukünftigen Absolventen unsicher im Hinblick auf einen ersten Einsatz auf Intensivstation und im Umgang mit intensivmedizinischen Geräten fühlen. Im Rahmen der praktischen Ausbildungsphasen ist es jedoch leider nur schwer realisierbar, alle angehenden Physiotherapeuten in die Arbeit mit intensivpflichtigen Patienten praktisch einzuweisen. Hier soll PHINCUS Abhilfe schaffen. PHINCUS steht für „Professionals in Health Care: Intensive Care Unit Simulation”. Ziel des Workshops ist, den Studierenden einen ersten Einblick in das physiotherapeutische Aufgabengebiet auf einer Intensivstation zu geben. Unser Pilotprojekt fand erstmals Mitte 2018 statt und bereitete die Studierenden in einem eintägigen Workshop auf den korrekten Umgang mit intensivpflichtigen Patienten vor. Die Herausforderung für das Team und mich bestand darin, die Versorgung auf der Intensivstation nicht nur theoretisch zu besprechen, sondern auch pädagogisch wertvoll in Form eines realitätsnahen Praxisunterrichts zu vermitteln.