Derzeit gibt es zwei aktuelle Konsensuspapiere, die Therapieteams in der Geriatrie kennen sollten. Dabei geht es zum einen um die Förderung von ambulanten Maßnahmen zur Sturzprävention als Einzelangebot und zum anderen um die Umsetzung von Gruppenangeboten in diesem Bereich.

Im Jahr 2020 erschienen die Empfehlungen für das körperliche Training zur Sturzprävention als Einzelangebot bei älteren, zu Hause lebenden Menschen (1). Die Bundesinitiative Sturzprävention (BIS) empfiehlt für die Auswahl der Zielgruppen im ambulanten Setting die Durchführung eines Screenings. Nur wer tatsächlich sturzgefährdet ist, darf an einem solchen Programm teilnehmen. Um dies zu bestimmen, sollen die folgenden drei Fragen zum Einsatz kommen:

  1. Sind Sie im vergangenen Jahr gestürzt?
  2. Fühlen Sie sich beim Gehen oder Stehen unsicher?
  3. Haben Sie Bedenken zu stürzen?

Sofern einer oder mehrere dieser Punkte zutreffen, ist nach Angaben im Empfehlungspapier ein Sturzpräventionsprogramm sinnvoll. Dann sollte auch eine Überprüfung von Gang, Kraft und Gleichgewicht erfolgen, bei mehr als zwei Stürzen oder sturzbedingten Verletzungen ist eine multifaktorielle Risikobewertung nötig. Im Konsensuspapier finden Interessierte dazu einen umfassenden Algorithmus.