Die Elektromyografie erlaubt durch oberflächliche Ableitung der elektrischen Spannung den direkten Blick in den Muskel. Dabei werden unter biomechanischen Messungen in der Physiotherapie häufig komplexe Verfahren verbunden, die in speziell hergerichteten Laboren durchgeführt werden. In diesem Beitrag stellt Ihnen der Autor Möglichkeiten der klinischen Anwendbarkeit elektromyografischer Analysen an einem Patienten mit subakromialem Impingement-Syndrom vor.

Subakromiales Impingement-Syndrom

Das subakromiale Impingement-Syndrom (SAIS) ist definiert als mechanische Kompression und Abrieb der Rotatorenmanschette, der langen Bizepssehne und der subakromialen Bursa während der Elevation des Armes (1). Dysbalancen der skapulathorakalen Muskulatur, eine kyphosierte Brustwirbelsäule und Steifigkeit der dorsalen Kapsel des glenohumeralen Gelenkes gelten als Hauptrisikofaktoren zur Entstehung eines SAIS (2).

Im folgenden Fallbeispiel werden die Untersuchung eines Patienten mit Verdacht auf SAIS, die Kontrolle der Behandlungseinheit und die Gestaltung eines Übungsprogramms mithilfe der Elektromyografie vorgestellt (Abb. 1).