Schulterbeschwerden sind eine der häufigsten Erkrankungen des Bewegungsapparates und führen zu teils erheblichen Funktions- und Aktivitätseinschränkungen in Freizeit und Beruf. Die Inzidenz von Schulterbeschwerden in der Erstversorgung wird mit circa 9.5/1000 beziffert. Diese Schmerzen sind in der Regel episodenhaft, verbessern sich nicht durch einfaches Abwarten und persistieren häufig über einen längeren Zeitraum. Daher haben, gerechnet ab dem ersten Auftreten der Beschwerden, rund 76 Prozent der Betroffenen nach einem Jahr, 51 Prozent nach 1,5 Jahren beziehungsweise 54 Prozent nach drei Jahren immer noch Probleme. 

Es sind noch viele Fragen offen

Eine Großzahl von Patienten mit Schulterbeschwerden erhält die Diagnose „Impingement“ oder „Rotatorenmanschettenpathologie“ oder werden als unspezifische Schulterbeschwerden klassifiziert. In vielen Fällen wird dann Physiotherapie verordnet (1). Die Anzahl wissenschaftlicher Studien zur Effektivität solcher Therapiemaßnahmen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Die neuen Erkenntnisse führten zwar zu mehr Klarheit darüber, was grundsätzlich gemacht werden soll, es sind aber immer noch viele Fragen offen, zum Beispiel wie diese Empfehlungen inhaltlich genau umzusetzen sind.