Der menschliche Körper ist sehr komplex. Dysfunktionen oder Krankheiten lassen sich aus diesem Grund selten auf eine definierte Ursache zurückführen. Daher wurde bereits vor Jahren das biopsychosoziale Modell in der Physiotherapie als Grundlage für Anamnese, Untersuchung und Therapie angenommen. Nun sollte es noch spezifiziert werden, um die therapeutische Handlungskompetenz zu verbessern.

BPS-Modell

Die Komplexität des menschlichen Organismus erlaubt es nicht, monokausale Erklärungen für Behandlungseffekte anzunehmen. Das biopsychosoziale Modell (BPS-Modell) wird aktuell hierbei für Erklärungen berücksichtigt (1). Wie sollte somit die physiotherapeutische Untersuchung, die oft auf mystischen Theoriegebäuden basiert (2), eine eindeutige Erklärung für ein Patientenproblem feststellen? Obwohl das Konzept der Alternativhypothesen (wie es die Mediziner oftmals verwenden) in der Physiotherapie bekannt ist (3), kann bei genauer Betrachtung nicht davon ausgegangen werden, dass eine eindeutige Differenzierung möglich ist. Anhand der Diskrepanz der Erklärungsmodelle von Ärzten und Therapeuten sowie dem Auftreten von Symptomen und der Art der Beschwerden, können beim Patienten Nozebo-Effekte entstehen (4).