Therapie
pt Juni 2020

Telerehabilitation

Wie Physiotherapie aus der Ferne gelingen kann

Die Ausgangsbeschränkungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie haben Therapieeinrichtungen hart getroffen: Während viele Rehakliniken ihre Patienten nur noch unter strengen Auflagen behandeln können, erleben vor allem viele kleinere Praxen einen enormen Einbruch der Patientenzahlen. Viele Therapeuten nutzen derzeit schon die Möglichkeit von Videobehandlungen für die Betreuung ihres Patientenstamms. Eine Alternative bietet die Telerehabilitation, deren Stärke als Therapieergänzung oder eigenständiger Ansatz bereits in vielen wissenschaftlichen Artikeln untersucht wurde. Doch wie setzt man digitale Formate im praktischen Alltag um und welche Hürden bestehen?

Ein Beitrag von Toni Muffel
Lesezeit: ca. 5 Minuten
Agenturfotografin / shutterstock.com

In einem aktuellen Übersichtsartikel (1) wurde untersucht, welche Möglichkeiten Telerehabilitation heute bereits im klinischen Alltag bietet und an welchen Stellen typische Hindernisse auftreten. Zu letzteren zählte vor allem die fehlende Bereitschaft, neue Ansätze auszuprobieren, aus Sorge, den direkten Kontakt zueinander zu verlieren. Außerdem wurde eine nicht ausreichende Standardisierung oder Protokollierung der Therapie bemängelt. Das Problem der meisten Einzelstudien zum Thema liegt zusätzlich darin, dass nur einzelne Aspekte der Telerehabilitation untersucht wurden und Praktizierenden so meist umfassendere Informationen zum Therapieprozess fehlen, um eine ganzheitliche Physiotherapie aus der Ferne anzubieten. Ein Ergebnis der genannten Untersuchung ist aber auch, dass eine Kombination aus Telerehabilitation und Telemonitoring, also der Überwachung des Therapieverlaufs, einen vielversprechenden Ansatz bietet.

Untersuchung und Therapieplanung

Eine persönliche Untersuchung mit direkter Interaktion kann durch die Telerehabilitation natürlich nicht ersetzt werden, einzelne Teile sind aber mit einfachen Mitteln ohne persönlichen Kontakt durchführbar. So können beispielsweise Anamnese und die Besprechung des Therapieverlaufs über Video stattfinden. Digitale Angebote ermöglichen es, die Ergebnisse, die die Patienten zu Hause erzielen, in verschiedenen Testverfahren zu protokollieren. Spezielle Webseiten ermöglichen beispielsweise eine schnelle Erfassung der Aktivitäten des täglichen Lebens (zum Beispiel Barthel-Index, modifizierte Rankin-Skala), welche die Patienten eigenständig ausfüllen können. Von Nachteil ist hier, dass die Erfassung meist nicht auf einem System gebündelt wird und die Ergebnisse so über verschiedene Kanäle verteilt sind. Außerdem stellen diese Skalen subjektive und allgemeine Bewertungen der Fähigkeiten des Patienten dar. Diese Einschränkungen können durch Trackingsysteme überwunden werden, die hochauflösende und objektive Daten zu den Fähigkeiten und Einschränkungen eines Patienten erfassen. Außerdem können diese Systeme Art, Intensität und Häufigkeit von Trainings protokollieren und automatisch an den Therapeuten weiterleiten. Dieses Telemonitoring ermöglicht dann eine detaillierte Überwachung des Fortschritts und eine direktere Patientenkommunikation.

Lesen Sie den vollen Artikel in

pt Juni 2020

Erschienen am 10. Juni 2020