Der M. tibialis posterior kann für Schmerzen, Schwellungen und Funktionseinschränkungen am Fuß verantwortlich sein. Im ersten und zweiten Stadium sind die Symptome und Defizite noch reversibel und gut mit Übungen therapierbar. Studienergebnisse zur Effektivität physiotherapeutischer Maßnahmen unterstreichen die Bedeutung der Physiotherapie.

Der menschliche Fuß trägt bei normaler Belastung etwa das Fünffache des individuellen Körpergewichts. Essentiell für diese Leistung ist jedoch das fehlerfreie Zusammenspiel aller Komponenten des Weichteil-Apparates, der eine optimale Kraftverteilung des Körpergewichts auf die Fußsohle ermöglicht. Infolge der Degeneration können strukturelle Defizite auftreten, die sich schließlich auf die Gesamtstatik des Fußes auswirken (1). Der M. tibialis posterior steht aufgrund seiner Verlaufsform im engen Zusammenhang mit der Statik der Fußgewölbe und kann infolge einer Schwäche zur Aufhebung der Gewölbekonstruktion führen (2). Dieser Pathomechanismus ist erst seit den 1990er-Jahren bekannt und wird als Tibialis-Posterior-Syndrom (TPS) bezeichnet (3).