Der Einsatz eines künstlichen Kniegelenks ist nicht nur teuer, sondern auch ein belastender Eingriff für die Patienten. In der aktuellen Versorgungsrealität steht die Frage im Raum, ob nicht ein Teil der chirurgischen Maßnahmen vermieden beziehungsweise hinausgezögert werden könnte. Ein innovatives physiotherapeutisches Versorgungskonzept mit interdisziplinärem Ansatz liefert vielversprechende Ergebnisse.

Künstliche Gelenke werden sehr häufig eingesetzt

Die Implantation einer Endoprothese gehört seit einigen Jahren zu den häufigsten operativen Eingriffen in Deutschland. Mit mehr als 227.000 Hüft- und über 173.000 Knie-Totalendoprothesen (TEP) im Jahr 2015 liegt das künstliche Hüftgelenk auf dem achten und der Knieersatz auf dem 18. Rang aller vollstationär durchgeführten Operationen (1). Diese Situation fällt auch den Krankenkassen auf, welche die hohe Vergütung für eine TEP übernehmen müssen. Neben der eigentlichen stationären Versorgung kommen weitere direkte und indirekte Kosten durch Heilmittel vor der OP, umfangreiche Rehabilitationsmaßnahmen, Hilfsmittel, Arzneimittel und eine mögliche Arbeitsunfähigkeit auf die Krankenkasse zu. Selbstverständlich ist ein Großteil der Eingriffe durch die steigende Anzahl an Arthrose-Patienten aufgrund des demografischen Wandels begründet; dennoch gibt es immer mehr Stimmen, welche die Indikationsstellung infrage stellen.