Traditionell beinhaltet Sturzprophylaxe meist eine Kombination aus Kraft- und Gleichgewichtstraining. Das Pertubationstraining hingegen ist eine innovative Methode, die vielfältige Therapie- und Trainingsmöglichkeiten bietet und dabei Erfolg versprechende Effekte aufweist. Die Autoren erklären Hintergrund und Anwendungsmöglichkeiten für Physiotherapeuten.

Stürze und Sturzprophylaxe im Alter

Alltägliche Aktivitäten wie Einkaufen, Überqueren einer Straße oder Spazieren gehen erfordern eine ständige Anpassung und Reaktion unseres Körpers an die sich verändernden Situationen. Beispielsweise wird man von jemandem angestoßen, man tritt auf einen wackeligen Stein oder der Bus bremst abrupt ab. Diese Veränderungen erfordern eine schnelle Reaktion durch Ausgleichsbewegungen, zum Beispiel der Arme, einen reaktiven Schritt oder auch das Festhalten an Gegenständen. Gelingen diese Anpassungen und Reaktionen nicht rechtzeitig und adäquat, so kommt es besonders im höheren Alter häufig zu Stürzen. Bei Personen über 65 Jahren stürzt etwa jeder Dritte einmal im Jahr, bei den über 80-Jährigen ist es sogar jeder Zweite (1). Erkrankungen wie Schlaganfälle oder M. Parkinson erhöhen das Risiko, zu stürzen (2, 3).