Frau Adam kommt wegen Knieschmerzen nach einem Sturz zur Krankengymnastik. Sie ist 65 Jahre alt, übergewichtig und hat einen Diabetes mellitus Typ 2. Sie erhofft sich endlich eine deutliche Schmerzlinderung. Ihr Therapeut erklärt ihr, dass verschiedene Faktoren (Übergewicht, Diabetes) in ihrem Fall die Wundheilung negativ beeinflussen können. Lesen Sie, welche aktuellen Erkenntnisse es dazu gibt.

Hintergrund

Sportlehrer und Physiotherapeuten lernen in ihrer Ausbildung, dass jedes Bindegewebe für den Erhalt oder die Adaption Wachstumsreize benötigt. Dieser Grundgedanke ist im historischen Gesetz „Funktion bildet das Organ“ von Wilhelm Roux (1) abgebildet und stellt ein fundamentales Prinzip in der Nachbehandlung vieler orthopädischer und chirurgischer Krankheitsbilder dar. Nicht spezifiziert werden in diesem Prinzip die tatsächlichen Parameter für die Funktionsausbildung und auch deren Beginn nach einer Schädigung. Diese Entscheidung bleibt häufig dem behandelnden Therapeuten überlassen. In dieser Übersicht soll daher der Nutzen von Bewegungsreizen in der frühen Heilungsphase (akute Entzündung) und deren Rolle in der Kontrolle von chronischen Entzündungsprozessen im Rahmen vieler Systemerkrankungen genauer betrachtet werden.