Arthrose zählt weltweit zu den häufigsten Gelenkerkrankungen bei Erwachsenen. Konservative Therapiemaßnahmen wie ein neuromuskuläres Training in Kombination mit Edukation werden bei Hüft- und/oder Kniearthrose als effektive Therapie empfohlen, um Schmerzen, Funktionsfähigkeit und gesundheitsbezogene Lebensqualität positiv zu beeinflussen. Der vorliegende Fallbericht beschreibt am Beispiel einer Patientin mit Hüftarthrose, wie machbar eine solche Intervention im Rahmen einer gesundheitsfachberuflichen Hochschulambulanz ist und erläutert die spezifische Durchführung und die Effekte in diesem Einzelfall.

Einleitung

Arthrose stellt die häufigste Gelenkerkrankung weltweit dar (1–3) und der Anteil betroffener Menschen steigt zunehmend an (4, 5). In Deutschland sind bei den über 65-Jährigen knapp die Hälfte der Frauen (48,1 %) und knapp ein Drittel der Männer (31,2 %) betroffen (6). Histologisch kommt es bei einer Arthrose zu einer langsam fortschreitenden Degeneration des Gelenkknorpels, der im gesunden Zustand einen elastischen Puffer zwischen zwei Gelenkpartnern bildet (7). Eine einfache Beschreibung der Pathogenese der Arthrose ist aufgrund der vielfältigen, komplex interagierenden Ursachen nicht möglich (8). Zu den zentralen Risikofaktoren zählen Übergewicht, körperliche Inaktivität und vorangegangene Traumata im betroffenen Gelenk (7, 9). Die Leitsymptome – Schmerzen und Funktionseinschränkungen – können zu einer Beeinträchtigung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität der Betroffenen führen (10). Des Weiteren können Symptome wie beispielsweise Morgensteifigkeit und gelenknahe knöcherne Veränderungen auftreten (11, 12).