Was tun, wenn das Kreuz schmerzt? Rund 800 Teilnehmer versuchten Anfang November, diese Frage beim mittlerweile neunten „Interdisciplinary World Congress of Low Back and Pelvic Girdle Pain“ in Singapur zu beantworten. Das Programm der alle drei Jahre stattfindenden Konferenz bot eine Vielzahl an Schwerpunktvorträgen sowie Parallelsitzungen, bei denen von Teilnehmern eingereichte Abstracts vorgestellt wurden.

Die Veranstaltung trug Interdisziplinarität nicht nur im Titel: Das Thema Rückenschmerzen wurde von renommierten Wissenschaftlern aus mechanischer, neurologischer, psychiatrischer, metabolischer und endokriner Perspektive diskutiert. Einige interessante Erkenntnisse aus der Rückenschmerzforschung folgen im Überblick.

Bakterien als Ursache für Rückenschmerzen?

Oftmals hilft bei Rückenschmerzen eine individualisierte Bewegungstherapie. Ärzte und Physiotherapeuten müssen jedoch auch Differenzialdiagnosen wie etwa Tumoren in Betracht ziehen. In ihrem Vortrag stellte Dr. Hanne Albert von der University of Southern Denmark eine neue potenzielle Ursache vor: Bakterien. So könne es durch Zahnfleischverletzungen beim Zähneputzen zu einer Infektion und dadurch wiederum zu Knochenmarksveränderungen im Bereich der Wirbelkörper (entsprechend der Modic-Klassifikation) kommen. Erste Interventionsstudien deuten darauf hin, dass in diesem Fall Antibiotika die Beschwerden der Patienten verringern können (1).