[mk] Sowohl Raucher als auch Passivraucher transportieren schädliche Tabakablagerungen mit sich. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam. Demnach entspricht die Menge der abgegebenen Schadstoffe der von mehreren Zigaretten. „Bei Tests unter realen Bedingungen konnten wir feststellen, dass Personen, die zuvor Tabakrauch ausgesetzt waren, beim Betreten eines zuvor strikt rauchfreien Raums konzentrierte Emissionen gefährlicher Gase abgaben“, erläutert Drew Gentner, Associate Professor of Chemical & Environmental Engineering an der Yale Universität und Mitautor der Studie. „Somit ist die Vorstellung, dass man als Nichtraucher in einem rauchfreien Raum vor Passivrauchen geschützt wäre, ein Trugschluss“.

Maßgeblich hierfür ist, wer den Raum betreten hat, denn Tabakrückstände an Kleidern, Haut, Möbeln oder Wänden beinhalten Nikotinreste und verschiedene andere schädliche Chemikalien. Durch Ausdünstungen gelangen sie in die Umgebungsluft und gefährden somit die Gesundheit von Nichtrauchern.

Mithilfe eines Massenspektrometers wurden an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen Tabakausdünstungen in einem rauchfreien Kino gemessen. Dabei waren die Emissionen der mehr als 35 gefundenen chemischen Verbindungen vergleichbar mit dem Rauch von ein bis zehn Zigaretten. Parallel entnahmen die Forscher auch Luftproben. Diese enthielten sogar eine noch größere Menge bedenklicher Stoffe.

Nach Meinung der beteiligten Wissenschaftler lassen sich die Ergebnisse auch auf andere, weniger gut belüftete Standorte übertragen. Sie geben zu bedenken, dass die Emissionen in schlecht belüfteten und engen Räumen wie beispielsweise Verkehrsmitteln, Bars oder Wohnungen deutlich höher sein könnten.

Literatur

Sheu R, et al. 2020. Human transport of thirdhand tobacco smoke: A prominent source of hazardous air pollutants into indoor non-smoking environments. Science Advances 6, 10