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Neulich traf ich einen alten Bekannten. Seine Leibesfülle hatte, sagen wir mal, etwas zugenommen, seitdem wir uns das letzte Mal begegnet waren. Nachdem wir die vergangenen Urlaube durchgearbeitet hatten, die Erfolge der Kids in der Schule, die aktuelle politische Lage und die Todesfälle in der Verwandtschaft, zog er mich vertraulich zur Seite und fragte mich, ob er mich mal was Privates fragen könne. Bei privat waren wir ja eigentlich schon, daher vermutete ich die 10.000-Euro-du-bist-doch-Physio-Frage: „Sach mal, hast du schon mal ’ne Bandscheibe behandelt?”, „Arthrose, kennst du dich damit aus?”, „Die Therapeuten in der Bundesliga, die drücken da doch immer so an den Spielern rum, meinste, das wäre auch was gegen meine Beschwerden?” Ich holte augenblicklich zum präventiven kumpelhaften Schulterklopfer aus: „Du, war schön, dich zu sehen, grüß die Gattin, aber ich muss jetzt, hab noch einiges zu erledigen …”, aber er war schneller. Überraschenderweise zog er gar nicht den Physio-Joker, sondern den Ernährungsberater-Joker.