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Neulich habe ich beim Surfen ganz zufällig ein Ärzte-Bewertungsportal gefunden. Natürlich war ich neugierig und habe, nur so zum Spaß, mal den Namen meines Hausarztes eingegeben – und ratzfatz erschien folgender Text: „Er gehört zu den wenigen Ärzten, die sich wirklich noch Zeit für ihre Patienten nehmen, zuhören können und verständnisvoll im persönlichen Gespräch sind. Ein Vorbild für seinen Berufsstand!” Ja, so isser. Dann schaute ich bei einem Facharzt vorbei, den ich vor Kurzem konsultieren musste. Über ihn berichtete ein anonymer Patient: „Herr Dr. XY ließ mich nicht zu Wort kommen …” Ich dachte: Das kommt mir doch irgendwie bekannt vor, scheint wohl seine Behandlungsstrategie zu sein. Neben sich selbst erklärenden Noten für Behandlung, Aufklärung, Vertrauensverhältnis und Freundlichkeit konnte man in diesem Portal auch wirklich wichtige Dinge bewerten: Wartezeiten, Parkmöglichkeiten und – Achtung! – Entertainment. Scrollt man so durch die Kommentare, findet man tatsächlich höchst wertvolle Einsichten: „Waaahnsinn, der Doc hat einen Riesenflatscreen im Wartezimmer. HAMMER!” oder „Super, zwischen Darmspiegelung und Röntgen hat der Arzt noch Francis Underwood zitiert!” Hippokrates war gestern; heute muss der Mediziner auch einen Netflix-Faktor haben!