Ein Beitrag von Jörg Stanko

Fast nackt stehe ich vor meiner Hautärztin. Vorsorge. Während ich versuche, möglichst unbekümmert zu wirken, besprüht sie meine Muttermale mit einer Flüssigkeit, schaut dann durch eine Lupe und macht sich Notizen. „Diesen hier“, sie tippt mit der Fingerkuppe auf eine Stelle an meinem Bauch, „nehmen wir besser raus.“

Ich bekunde Zustimmung, probiere derweil verschiedene Armhaltungen. Locker hängen lassen fühlt sich so passiv an – so, als wäre ich Patient. Bin ich ja nicht. Bin mündiger Mensch, der auf sich achtet. Vor der Brust verschränkt finde ich zu abweisend, aber eigentlich passend. Ich stehe barfuß auf einem Stück Küchenrolle und werde von einer Frau, die fast meine Tochter sein könnte, von Kopf bis Fuß beglotzt, befundet, begutachtet. Sie macht das sehr professionell.