Obwohl uns in der Redaktion beinahe stündlich Vorschläge erreichen, wie man der Geschlechtervielfalt auch sprachlich gerecht werden könnte und wir fast jede dieser Ideen auch am Familientisch diskutieren, beobachte ich in meinem familiären Umfeld Verhaltensformen, die in fast archaischer Weise an alten Rollenbildern festhalten.

Wenn irgendwo, von irgendwem, ein Koffer überseeischen Ausmaßes in der Wohnung steht, ist es garantiert meine Aufgabe, das Ding durch das Treppenhaus zu wuchten und in den Kofferraum zu bekommen, ohne Rücksicht auf Bandscheiben, Handgelenke oder Plattfüße. Das hat niemand mit mir abgesprochen. Selbstredend bin ich (oder mein Y-Chromosom) auch dafür zuständig, den Koffer Bahnhofstreppen hinaufzuschleppen oder winzige Gepäckablagen gegebenenfalls der Größe desselben anzupassen.