Der Sommer ist da. Und mit ihm kommen Wind und Sonne. Das zurückliegende Jahr war ein hartes. Hammerhart. Vermutlich für viele das schlimmste Jahr ihres Lebens. Ich habe nicht vor, uns die Erinnerungen an die Corona-Krise wieder ins Gedächtnis zu rufen. Wir schauen jetzt nach vorne. Alles wird gut!

Egal, wie sich die Situation entwickelt (Ich schreibe diesen Text immer mit einigen Wochen Vorlauf.) – Inzidenzwerte rauf, Inzidenzwerte runter, ob Ferien überhaupt oder nur mit oder gar ohne Mund-Nasen-Schutz möglich sind, mit oder ohne Sonnenhut, mit oder ohne Abstand, nur mit Erst-, Zweit- oder Drittimpfung, ich freue mich einfach auf eine entspannte Zeit, in der ich bei maximaler Abwesenheit anderer (Patienten!) mein Gesicht komplett, ohne Verhüllung, maximal oft, in die Sonne, in den Wind oder auch – wenn es sein muss – in den Regen halten kann. Ich brauche natürliche Reize. Enviromental Physiotherapy, in der allereinfachsten Selbstanwendung. Waldbaden, Licht- und Luftbäder und ein bisschen Balneotherapie, mit oder ohne Wellengang. Alles andere ist mir ziemlich egal. 

Luxus? Brauche ich nicht. Ich brauche eigentlich nur einen Ort, an dem ich für mich sein kann. Ohne Maske. Sand zwischen den Zehen. Keine schlechten Nachrichten mehr. Dies soll kein Aufruf dazu sein, sich unvorsichtig zu verhalten. Nur einfach eine Beschreibung meiner Seelenlage. Die Sehnsucht nach Sonne hat mich durch den Winter kommen lassen. Hinter Face-Shield und FFP2-Maske über Kiefer- und Kopfgelenke gebeugt, hat mich diese Vorstellung die Nerven behalten lassen. Ich wusste: Irgendwann ist einfach alles wieder vorbei. Der ganze Alptraum. Oder er macht Pause. Und diese Pause ist jetzt, jetzt, jetzt. Yippie! Ich entspanne mich schon während des Schreibens.

P-A-U-S-E. E-I-N-A-T-M-E-N. A-U-S-A-T-M-E-N. (Alle mitmachen!)

Irgendwann, vielleicht in zwei, drei Jahren, werden wir zurückblicken und uns an diese verrückte Zeit erinnern. Weißt du noch? Behandlungen nur mit Maske? Abstand in der Therapie? Welch ein Wahnsinn das war … Was werden wir daraus gelernt haben? Dass vieles vielleicht gar nicht so wichtig ist? Wie schön es ist, alle Sinneswahrnehmungen ohne Einschränkungen genießen zu können? Wie anfällig unsere kleine Welt ist? Dass man trotzdem vieles schaffen kann? Ich schreibe jetzt nichts übers Klatschen. Versprochen. Ich freue mich einfach darüber, dass Corona-Herbst, -Winter und -Frühling endlich vorbei sind. Ich hoffe, ihr könnt euch mit mir freuen! Wir haben es uns verdient!! Vielleicht doch alle mal klatschen, einfach nur WIR für UNS … alle zusammen …

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Lesungsanfragen an: info@literaturagentur.ruhr