Die Geschichte der Elektrotherapie hat ihre Anfänge in der Antike – das ist bekannt. Manche Therapeuten stehen der Elektrotherapie heutzutage mit Skepsis gegenüber und stellen zu Recht die Frage nach der Wirksamkeit. Dieser Beitrag gibt einen Überblick zum aktuellen Wissensstand der modernen Verfahren der Elektrotherapie und Elektrostimulation. Die Studienlage ist mittlerweile deutlich besser, teilweise wurden die Verfahren auch in wissenschaftliche Leitlinien, zum Beispiel der Deutschen Gesellschaft für Neurorehabilitation, aufgenommen.

Mittelfrequenz

Eine Weiterentwicklung klassischer elektrotherapeutischer Methoden ist das Hochtonverfahren (High Tone Power Therapy – HiToPa). Entwickelt wurde es 1988 von dem Neurologen Dr. med. Hans-Ulrich May. Bei den amplitudenmodulierten Strömen ändert sich die Frequenz und die Stromstärke bleibt gleich. In der Regel reichen die Modulationsfrequenzen von 0,5 bis 250 Hertz (Hz) und die Trägerfrequenzen liegen zwischen 4.000 und 8.000 Hz.

Technische Darstellung

Bei der Hochtontherapie werden die Frequenz und die Stromstärke gleichzeitig, also simultan verändert. Bei ansteigender Frequenz kann auch die Stromstärke gesteigert werden, da bei höheren Frequenzen die sensible Reizschwelle geringer ist. Die simultane Frequenz- und Amplitudenmodulation wird als SimulFAMia bezeichnet. Der letzte Buchstabe „i“ steht dabei für eine Erhöhung der Intensität.