Eine Koxarthrose ist bei Menschen über 50 Jahren die häufigste Ursache für Hüftschmerzen, die Angaben zur Prävalenz schwanken in der Literatur zwischen 0,4 und 27 Prozent. Wie sollten Physiotherapeuten in der Anamnese, körperlichen Untersuchung und Therapie vorgehen, um ihre Patienten zeitgemäß und evidenzbasiert auf Grundlage der aktuellen Empfehlungen zu versorgen?

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Die orthopädische Abteilung der American Physical Therapy Association (APTA) hat eine Aktualisierung ihrer Koxarthrose-Leitlinie von 2009 veröffentlicht (1). Dazu durchsuchte eine Expertenkommission systematisch die Literatur in den Datenbanken MEDLINE, CINAHL, PEDro und Cochrane Library von 2008 bis 2016. In Anlehnung an die Kriterien der International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) berücksichtigten sie die Ebenen Körperstruktur und -funktion (zum Beispiel limitierte Gelenkbeweglichkeit), Aktivität (zum Beispiel Einschränkungen bezogen auf das Stehen oder Gehen) und Einbußen in der Partizipation im täglichen Leben. Die Qualität der gefundenen Evidenz in den inkludierten Studien beurteilten die Experten mithilfe der fünfstufigen Einteilung von Phillips et al. (2), bei der Level I für ein systematisches Review aus qualitativ hochwertigen, randomisierten, kontrollierten Studien (RCT) steht und Level V für eine Expertenmeinung. Die Stärke der Evidenz wurde mit der sechsstufigen Einteilung von A bis F vorgenommen, wobei A besagt, dass die Ergebnisse mehrerer hochwertiger Studien (Level I und II) die Wirksamkeit einer Intervention unterstützen, und F eine Expertenmeinung darstellt.