Jeder Physiotherapeut hat die Ultraschalltherapie in der Ausbildung kennengelernt. Hinter der scheinbar simplen Anwendung steckt jede Menge Theorie und Technik. Bei vielen Erkrankungen, die wir physiotherapeutisch behandeln, kann sie den Therapieerfolg wirksam unterstützen – vorausgesetzt, sie wird korrekt dosiert.

Hintergrund

Ultraschall-Wärmetherapie ist die Anwendung mechanischer Schwingungen (Vibrationen) oberhalb des Hörschalls mit den therapeutischen Zielen der Verbesserung von Durchblutung und Stoffwechsel, der Schmerzlinderung und der Erwärmung tiefergelegener Gewebsschichten. Der Physiker Reimar Pohlmann konstruierte 1938 das erste zur Ultraschallbehandlung am Menschen geeignete Gerät. Es wurde 1939 in einem Berliner Krankenhaus von den Ärzten Richter und Parow bei Ischialgie und Plexusneuralgie mit Erfolg getestet. Ausgangspunkt für die Entwicklung von Ultraschallgeräten für die Therapie war die Entdeckung des piezoelektrischen Effekts durch die französischen Physiker Jacques und Pierre Curie im Jahr 1880. Sie fanden heraus, dass bei Druck- oder Zugeinwirkung auf Quarzkristall an dessen Oberfläche eine elektrische Spannung entsteht. 1918 entdeckte der französische Physiker Paul Langevin die Umkehrbarkeit dieses Effekts und schuf damit die technische Basis für die spätere Anwendung des Ultraschalls in der Medizin.