Bei Nackenverspannungen ist eine muskuläre Intervention im Nacken angezeigt – sie hilft jedoch nicht immer: Auch wenn es ganz einfach aussieht, die Ursache der Beschwerden kann komplex sein. In diesem Fallbeispiel reicht eine Therapie in der symptomatischen Region nicht aus; der Patient benötigt eine Behandlung angrenzender Regionen, die nicht typisch physiotherapeutisch erscheint.

Der Patient

Herr B., ein 38-jähriger Büroangestellter, kommt in die Praxis, weil er auf der linken Seite keinen Zahnkontakt und häufig Verspannungen im Nacken hat. Sein Therapieziel ist die Lockerung der Nackenmuskeln. Er hat keine Schmerzen, lediglich das Hörvermögen auf der linken Seite ist konstant-variabel vermindert; dies wurde vom HNO-Arzt gemessen und bestätigt. Am Angulus mandibulae links befindet sich eine Exostose, die den Patienten nicht stört.

Die Alltagsaktivitäten sind alle schmerzfrei möglich; sehr feste Nahrung muss Herr B. länger kauen, um sie ausreichend zu zerkleinern. Er hat keine Möglichkeit, auf der linken Seite Zahnkontakt herzustellen. Subjektiv bekommt er auf der linken Seite schlechter Luft als rechts.