Australische Forscher randomisierten Patienten mit chronischem unspezifischen Kreuzschmerz entweder in eine Interventionsgruppe (n = 12) mit einem achtwöchigen Übungsprogramm (drei Einheiten pro Woche) oder in eine Kontrollgruppe (n = 12), die im gleichen Zeitraum keine Therapie erhielt und ihre normalen Alltagsaktivitäten beibehalten sollte. Als Outcome beurteilten die Wissenschaftler die Aktivität der folgenden Muskeln mithilfe der Oberflächen-EMG während einer unilateralen Armflexion: M. transversus abdominis, M. obliquus internus abdominis, M. rectus abdominis und M. erector spinae. Sie interessierten sich sowohl für die antizipatorische Ansteuerung als auch für die kompensatorischen Korrekturkontraktionen. Die Ergebnisse: In keiner der beiden Gruppen änderte sich nach acht Wochen der Kontraktionsbeginn oder die antizipatorische Ansteuerung. Auf der ipsilateralen Seite (der Armhebung) verbesserte sich hingegen die kompensatorische Aktivität von M. transversus abdominis und M. obliquus internus; bei den Kontrollprobanden verschlechterten sich diese Parameter. Nur in der Übungsgruppe wurden ähnliche kompensatorische Aktivitäten der genannten Muskeln gemessen wie bei Gesunden. Daher ist ein achtwöchiges Übungsprogramm zur Verbesserung der motorischen Kontrolle sinnvoll für Patienten mit chronischen lumbalen Rückenschmerzen.