Ein kurzer Sprint und dann ein stechender Schmerz. Der Sportler geht zu Boden und der Griff sofort zum Oberschenkel. Auf diese Weise war für Mario Gomez die Fußball-Europameisterschaft nach dem Viertelfinalspiel gegen Italien vorzeitig beendet. Diagnose: Muskelfaserriss im hinteren Oberschenkel. Und Gomez steht damit nicht allein. Im Fußball beispielsweise macht diese Art der Verletzung zwölf bis 16 Prozent der Gesamtverletzungsrate aus. Deshalb beschäftigt sich auch die Forschung mit dieser Problematik, um Konzepte der Verletzungsprävention zu entwickeln.

Häufig betroffen: die Hamstring-Gruppe

Verletzungen der ischiokruralen Muskulatur (IKM) durch Zerrungen oder Faserrisse treten in Laufsportarten sehr häufig auf (1, 2, 3). Trotz intensiver Forschung ist es in den letzten drei Jahrzehnten nicht gelungen, die Verletzungsrate zu senken (1). Die Rezidivrate ist mit 12 bis 31 Prozent (1) ebenso hoch, häufig nicht zuletzt wegen eines zu frühen Wiedereinstiegs in den Sport (4). Daher sollte es im Interesse jedes Sportlers und Trainers liegen, sich mit Möglichkeiten auseinanderzusetzen, die auf einfache Art und Weise die Verletzungsgefahr reduzieren können. Der sogenannte Nordic Hamstring (NH) verspricht bei einfacher Umsetzung und Integration in den Trainingsalltag eine Senkung der Verletzungsgefahr durch die Verbesserung der exzentrischen Kraft der IKM.