Forschung & Evidenz: Evidenz-Update
pt Februar 2021

Verletzungsprävention im Fußball: Welche Trainingsprogramme sind effektiv?

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Für die Untersuchung der Effekte von Programmen zur Verletzungsprävention gibt es zwei wichtige Gründe. Eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit kann sowohl das Verletzungsrisiko als auch die Adhärenz der Sportler im Zusammenhang mit diesen Programmen positiv beeinflussen. Bekannte Programme sind die Konzepte 11+ und 11+ Kids, die bereits wissenschaftlich evaluiert wurden. Forscher konnten hier positive Effekte unter anderem auf Agilität, vertikale Sprunghöhe und Stabilität nachweisen. Die Programme Knee Control und die Weiterentwicklung Knee Control+ sind insbesondere für Teamsportarten geeignet. Trotzdem ist die Adhärenz in Bezug auf diese Angebote noch unzureichend.

Die aktuelle Studie schwedischer Forscher wollte daher untersuchen, ob es Unterschiede zwischen den Programmen Knee Control und Knee Control+ bei jungen, männlichen Fußballspielern im Hinblick auf die Prävention von Verletzung und die Leistungsfähigkeit gibt. Die Untersuchung fand in der zweiten Hälfte der Wettkampfsaison statt. Die Forscher erhoben die Daten zu Beginn und nach einer achtwöchigen Trainingsphase. Eingeschlossen wurden vier Fußballteams mit Spielern im Alter zwischen 13 und 17 Jahren, die mindestens zweimal pro Woche trainierten. Die jungen Athleten mussten gesund sei, durften keine Verletzungen haben und mussten in der Lage sein, an den Leistungstests teilzunehmen. Insgesamt erfüllten zu Beginn der Studie 81 Spieler die Kriterien und sagten die Teilnahme zu. Die Forscher teilten die Spieler per Zufall den beiden Programmen zu. In beiden Konzeptvarianten starteten die Sportler mit einem fünfminütigen Warm-up und führten in circa 15 Minuten sechs Grundübungen durch: einbeinige Squats, Dehnung der Hamstrings, zweibeinige Squats, Lunges, Sprünge und Core-Training. In der Programmerweiterung Knee Control+ standen für den Trainer mehr Varianten für die Progression der sechs Basisübungen zur Verfügung. Davon versprachen sich die Forscher einen größeren Effekt. Die Forscher schulten die Trainer und Spieler – wenn möglich zeitgleich – und instruierten sie, das Programm in jeder Trainingseinheit zu integrieren.

Zur Dokumentation der Erfolge nutzten die Forscher verschiedene Tests, dazu gehörten Agilitäts- und Sprungtests sowie Sprints (50 und 100 Meter) und Countermovement-Sprünge. Diese Tests wählten die Forscher aus, um verschiedene Aspekte der Leistungsfähigkeit zu prüfen. Zum Follow-up konnten die Forscher die Daten von 47 Spielern auswerten. Die Ergebnisse zeigen keine signifikanten Verbesserungen der Leistungsfähigkeit durch das zusätzliche Training und auch keine relevanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen auf.

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Quelle: Lindblom H, et al. 2020. Performance effects with injury prevention exercise programmes in male youth football players: a randomised trial comparing two interventions. Sports Med. Open 6, 1:56 Volltext frei

Link zum Abstract: pt.rpv.media/ncbi33226542

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pt Februar 2021

Erschienen am 10. Februar 2021