Wenn ein Patient schwer erkrankt, ist das üblicherweise kein Privileg – außer in der gesetzlichen Krankenversicherung. Denn falls diese Erkrankung auf einer bestimmten Diagnoseliste steht, darf der Patient mehr Physiotherapie erhalten, als im Heilmittelkatalog und zahnärztlichen Heilmittelkatalog als Regelfall vorgesehen ist. Die Verordnungen des langfristigen Heilmittelbedarfs und des besonderen Versorgungsbedarfs unterliegen dabei nicht der Wirtschaftlichkeitsprüfung der Arztpraxis.

Innerhalb und außerhalb des Regelfalls

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat die Heilmittel-Richtlinie für Ärzte und Zahnärzte als Grundlage für Heilmittelverordnungen definiert (1). Heilmittelverordnungen innerhalb des Regelfalls bedürfen keiner Genehmigung durch die Krankenkassen, da sie nur nach Maßgabe des Heilmittelkataloges und des zahnärztlichen Heilmittelkataloges erfolgen dürfen (2). Diese definieren, wie viele Verordnungen mit welcher Anzahl an Therapieeinheiten bei bestimmten Erkrankungen ausgestellt werden können.