Obwohl die Evidenzlage für Sport und Bewegung in der Onkologie sehr gut ist, gibt es viel zu wenig Angebote in diesem Bereich. Und damit ist nicht gemeint, dass Krebspatienten öfters spazieren gehen sollen. Die Betroffenen benötigen ein individuell zugeschnittenes und von Experten angeleitetes Programm mit evidenzbasierten Modulen.

Die Zahl der diagnostizierten onkologischen Erkrankungen ist in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen. Laut Robert-Koch-Institut (1) liegt die Prognose für das Jahr 2020 bei 519.000 Neuerkrankungen (zum Vergleich: 2006 waren es 426.800). Zudem zeigen sich längere Überlebensraten von Menschen mit einer onkologischen Erkrankung (1), das heißt, immer mehr Menschen leben mit einer Krebsdiagnose.

Durch verschiedene Nebenwirkungen und Folgen der Krebserkrankung und ihrer medizinischen Therapie kann der Alltag und die Lebensqualität der Patienten massiv eingeschränkt sein (2). Nicht nur in der Akuttherapie können Einschränkungen in physischen Funktionen und der Lebensqualität entstehen und beispielsweise Symptome wie Fatigue, sekundäre Lymphödeme oder Chemotherapie-induzierte Polyneuropathien auftreten. Auch nach Beendigung der medizinischen Therapiemaßnahmen, in der Rehabilitation und Nachsorge, können Einschränkungen und Nebenwirkungen entstehen und über Jahre bestehen bleiben (3-5).