Eine Patientin leidet unter Schwindel; auf die Attacken folgt Migräne. Sie hat schon verschiedene Medikamente probiert, jedoch noch keine wirksame Therapie gefunden. Da Kopfbewegungen den Schwindel provozieren können, meidet sie diese weitgehend. Ist Physiotherapie in dem Fall sinnvoll? Ja – wenn die optimale Medikation erreicht ist, können ein vestibuläres Training und HWS-Therapie kombiniert werden.

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Migräne und Schwindel

Migräne und Schwindel gehören mit etwa 4,7 Prozent aller Arztbesuche zu den häufigsten Gründen für den Gang in die Praxis (1). Die Koexistenz von Migräne und Schwindel ist ebenfalls ein bekanntes Phänomen – die Prävalenz liegt bei einem Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung (2), das entspricht etwa 800.000 Betroffenen. Dadurch wird deutlich: Die vestibuläre Migräne ist keine Seltenheit. Dennoch ist sie eine „junge“ Erkrankung, die in den 1980er-Jahren zum ersten Mal in der neurologischen Forschung erwähnt wurde (3), sodass sie sich erst in den letzten Jahrzehnten langsam in der Neurologie verbreitete. Eine amerikanische Studie zeigt, dass selbst heutzutage lediglich 20 Prozent der Betroffenen die richtige Diagnose erhalten (4).