Die Digitalisierung, auch als vierte industrielle Revolution bezeichnet, verändert die Rahmenbedingungen von Wirtschaft und Gesellschaft sowie auch der Hochschullandschaft rasant. Mit neuen Anwendungsgebieten in Robotik, Linguistik und besonders der Medizin erzeugt sie sowohl in den Inhalten als auch in der Methodik einen hohen Veränderungsdruck in der Hochschullehre.

Wo ist Digitalisierung sinnvoll?

Die Vermittlung von Medienkompetenz als digitale Schlüsselkompetenz mit ihrer Aggregation und Verarbeitung von Daten als auch deren Kontextualisierung zählt mehr denn je zu den Kernbereichen der akademischen Bildung (1). Methodik und Didaktik der Lehre bleiben von dieser Dynamik nicht unberührt. Welche Anforderungen bestehen für die Hochschulen, um ihren Absolventen die allseits postulierten „Future Skills“ (2) mit auf den Weg zu geben, die einen Gewinn für die Arbeitswelt in der Berufspraxis der Therapieberufe bedeuten können? Von zentraler Bedeutung für den Erfolg der Digitalisierung sind maßgeschneiderte Konzepte. Generell muss überlegt sein, wo eine Digitalisierung lohnt, wann Selbstlernen, wann Präsenzlernen der richtige Weg ist. Das hängt von einer ganzen Reihe von Faktoren ab: vom Thema der Schulung, vom Umfang des Wissens, von der Motivation und den Erfahrungen der Zielgruppe, von der vorhandenen Zeit. Die Digitalisierung sollte dabei eine Rolle spielen, denn sie erweitert die Lehre und das Lernen in multiperspektivischer Weise. Es geht jedoch nie allein um Technik, sondern immer um intelligente Qualifizierungskonzepte, angepasst und zugeschnitten auf die Bedarfssituation.