Wir alle kennen diese Situation: Kongressteilnehmer lauschen dem Vortrag eines Experten – eine Folie ist voller Zahlen, die nächste enthält vier Tabellen mit kleiner Schrift und so weiter. Außerdem jagt der Referent in gefühlter Lichtgeschwindigkeit durch die Präsentation. Das ist ermüdend und nicht effektiv. Die Frage ist bloß, warum sich an der Folienflut nur langsam etwas ändert.

Death by slides!

„Death by slides“ ist ein Ausdruck, der die Kernproblematik des Lehrens, insbesondere unter ausschließlicher Nutzung elektronischer Präsentationen, widerspiegelt: Die Lehrinhalte ähneln in der Geschwindigkeit der Darbietung einem animierten Film. Dieser rauscht oftmals an den Studierenden und Schülern vorbei – entweder weil sie bereits vor der Veranstaltung den Foliensatz erhielten oder weil die Konsumenten ja wissen, dass die Folien im Nachgang zur Verfügung gestellt werden (1). Dies steht konträr zur Nutzung der Möglichkeiten der Präsenzlehre, die sich aus dem gemeinsamen Denken, Diskutieren, Ausprobieren, Scheitern und Meistern der Lehr-Lern-Gemeinschaft ergeben. Unabhängig von der Kreidetafel stehen den Lehrenden interaktive Medien zur Verfügung, die den Lernprozess positiv unterstützen können. Dieser Artikel soll aufzeigen, was unter Visualisierung in der Lehre verstanden wird, welche Erfolgsfaktoren für die interaktive Live-Gestaltung gelten und weshalb der mediale Wechsel sowie die handschriftliche Visualisierung in der Lehre sinnvoll sind.