Wie lauten die derzeitigen Therapieempfehlungen für die Behandlung von Patienten mit Multipler Sklerose oder Schlaganfall?  Werfen Sie mit uns einen Blick auf ausgesuchte, aktuell erschienene Leitlinien und Studien zum Thema Neurorehabilitation und den Stellenwert des sogenannten aufgabenorientierten Zirkeltrainings.

In den letzten Monaten war kurzfristig keine Leitlinie zum Thema Multiple Sklerose (MS) auf der Internetseite der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.) verfügbar; nun wurde die S2k-Leitlinie „Multiple Sklerose, Diagnostik und Therapie“ kürzlich aktualisiert (1). In dieser Leitlinie wird eine spezielle Therapieform empfohlen: das sogenannte aufgabenorientierte Zirkeltraining (task-oriented circuit training, TOCT).

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) ist federführend für die bis November 2022 gültige AWMF-Leitlinie „Rehabilitation von sensomotorischen Störungen“ verantwortlich (2). In dieser Leitlinie wird TOCT ebenfalls benannt. In einem Cochrane-Review aus dem Jahr 2016 verbesserte diese Trainingsform die Motorik der oberen Extremität bei Schlaganfallüberlebenden geringfügig mehr als konventionelle Physiotherapie oder eine Placebo-Intervention (3). Dieser Beitrag zeigt auf, welche Effekte Patienten erwarten können.