Fachkräftemangel, fehlende Anerkennung, schlechte Vergütung – diese „alten“, aber nach wie vor aktuellen Probleme und Herausforderungen sind auch 2020 noch allgegenwärtig. Ein Umbruch hin zu einer Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Physiotherapie ist zwar langsam spürbar, aber um die zukünftig erforderliche physiotherapeutische Versorgungsqualität sicherzustellen, bedarf es eines bewusst weiten Blicks in die Zukunft.

Zukünftige Versorgungsbedarfe

Bei der Analyse physiotherapeutischer Kompetenzen müssen der zukünftige Versorgungsbedarf und die sich daraus ergebenden bevorstehenden Anforderungen an die Physiotherapeuten berücksichtigt werden. Die Zukunft bringt neben einer Alterung der Gesellschaft (1) auch Patienten mit Multimorbidität (2, 3) sowie eine steigende Pflegebedürftigkeit mit sich. In Nordrhein- Westfalen (NRW) beispielsweise waren zwischen 1999 und 2005 relativ gleichbleibend je circa 460.000 Pflegebedürftige erfasst, im Jahr 2013 wurde bereits eine Zahl von 581.492 Pflegebedürftigen festgestellt (4). Dies weist auf eine betagtere und kränker werdende Gesellschaft hin, die einen veränderten beziehungsweise intensiveren Versorgungsbedarf mit qualitativen Veränderungen mit sich bringt (5). Darüber hinaus ist in den letzten Jahren ein Rückgang des Gesundheitspersonals zu verzeichnen.