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Die Bedeutung von Patientenedukation und Übungsprogrammen für Patienten mit Gonarthrose ist unbestritten. Doch wie wirksam ist solch eine Edukation überhaupt zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit? Dies erforschten brasilianische Wissenschaftler in ihrer randomisierten kontrollierten Studie. Sie wollten den Effekt einer interdisziplinären Edukation überprüfen, die von orthopädischen Chirurgen, Sportlehrern, Ernährungsberatern, Physio- und Ergotherapeuten, Psychologen und Sozialarbeitern durchgeführt wurde. Sie teilten 300 Patienten mit röntgenologisch diagnostizierter Gonarthrose zufällig in eine Interventions- und Kontrollgruppe ein. Die überwiegend weiblichen Patienten waren zwischen 56 und 78 Jahre alt und hatten fast alle eine bilaterale Gonarthrose im Stadium I bis IV auf der Kellgren-Lawrence-Skala. Ausschlusskriterien waren unter anderem Rheumatoide Arthritis, neurologische Symptome, unbehandelte kardiovaskuläre oder metabolische Erkrankungen, Operationen sowie Verletzungen der unteren Extremität in den vorherigen sechs Monaten. Alle Patienten bekamen die konventionelle Versorgung bestehend aus Arztbesuchen, Untersuchungen, Schmerzmedikamenten, Gehhilfen, Schuheinlagen, Akupunktur und Physiotherapie, falls nötig. Die 112 Patienten der Interventionsgruppe erhielten zusätzliche Informationen zu Anatomie und Pathophysiologie sowie Empfehlungen zu körperlicher Aktivität und gesundheitsförderlichem Verhalten. Die einmalige Edukation fand an einem Samstag von acht bis 17 Uhr statt: sieben halbstündige Edukationssitzungen wurden mit einstündigen Workshops zur körperlichen Aktivierung kombiniert. Den Patienten wurden ein regelmäßiges moderates oder hochintensives aerobes Training in einer Sportart ihrer Wahl und Kräftigungsübungen empfohlen. Zur Bestimmung der funktionellen Kapazität wurden die Patienten zu Studienbeginn sowie nach sechs und zwölf Monaten mit folgenden Assessments untersucht: