In ihrer qualitativen Erhebung wollten Wissenschaftler aus Sheffield, England, die Empfindungen und Erfahrungen von Patienten mit Multipler Sklerose (MS) bezüglich Übungstherapie erfragen. In Fokusgruppen und semistrukturierten telefonischen Interviews befragten sie insgesamt 33 MS-Patienten zwischen 39 und 56 Jahren vor, während und nach der Teilnahme an einer dreimonatigen randomisierten kontrollierten Studie mit angeleiteten Übungen und Heimübungen. Die Analyse ergab vier Themen: Übergang in die körperliche Inaktivität, mangelndes Wissen und Selbstvertrauen, positive Übungseffekte sowie die Einstellung zu regelmäßigem Üben. Die Autoren schlussfolgern, dass für MS-Patienten eine hohe Übungsbarriere besteht, wenn Wissensdefizite, geringes Selbstvertrauen und eine negative Übungswahrnehmung vorliegen. Diese Faktoren werden noch zu wenig in der Therapie beachtet. Zu den Vorteilen der Übungstherapie zählten hingegen die wahrgenommene Haltungsverbesserung, bessere Alltagsfähigkeiten, Stimmungsaufhellungen und soziale Kontakte.