US-amerikanische Forscher testeten in ihrer randomisierten kontrollierten Studie, ob Patienten mit Fibromyalgie-Syndrom mehr von Tai-Chi oder einem aeroben Trainingsprogramm profitieren. Dazu ließen sie insgesamt 226 erwachsene Probanden trainieren, die in fünf Gruppen aufgeteilt wurden: Eine Gruppe trainierte 24 Wochen lang zweimal wöchentlich Aerobic (n = 75). Die restlichen vier Gruppen übten Tai-Chi, entweder einmal wöchentlich für zwölf oder 24 Wochen (pro Gruppe n = 39) oder zweimal wöchentlich für zwölf oder 24 Wochen (n = 37 beziehungsweise n = 36). Das primäre Outcome nach 24 Wochen war der revidierte Fibromyalgia Impact Questionnaire (FIQR). Die Interventionen fanden im Gruppensetting statt und dauerten 60 Minuten. Die Aerobic-Gruppe durchlief ein Warm-up, gefolgt von einem choreografierten Hauptteil und einem Cool-down, die Tai-Chi-Probanden übten den klassischen Yang-Stil. Telefonanrufe sollten die Therapietreue stärken und den Teilnehmern wurde empfohlen, auch nach Interventionsende weiter zu üben. Alle fünf Gruppen verbesserten sich im FIQR, mit einem statistischen Vorsprung für die Tai-Chi-Gruppen im Vergleich zur Aerobic-Gruppe. Bei gleicher Dauer und Häufigkeit (24 Monate, zweimal wöchentlich) war die Tai-Chi-Gruppe der Aerobic-Gruppe überlegen. Die Gruppen, die 24 Wochen lang Tai-Chi geübt hatten, verbesserten sich mehr als die Probanden mit nur zwölf Wochen. Auch war die Therapietreue bei den Tai-Chi-Gruppen größer als bei der Aerobic-Gruppe. Die Autoren empfehlen Tai-Chi als therapeutische Option für Fibromyalgie-Patienten; es verbesserte die Symptome vergleichbar oder stärker als Aerobic.