Eine Korsettversorgung ist effektiv, um die Progression einer skoliotischen Fehlstellung zu verringern und somit eine OP zu vermeiden. Bringen Übungen nach Katharina Schroth hier einen Zusatznutzen? Forscher aus Hongkong verglichen die vorhandenen Daten von Patienten mit adoleszenter, idiopathischer Skoliose, die ausschließlich mit einem Korsett versorgt worden waren (historische Kontrollgruppe, n = 24, 11,8 ± 1,1 Jahre alt), mit den Ergebnissen gematchter Probanden einer Experimentalgruppe (n = 24, 12,3 ± 1,4 Jahre alt), die zusätzlich zur Korsettversorgung für acht Wochen und anschließend allein zu Hause Übungen nach Schroth durchführten. Die Probanden der Experimentalgruppe hatten im Follow-up nach 18,1 ± 6,2 Monaten bessere Ergebnisse als die Probanden, die nur mit Korsett versorgt worden waren. So verbesserte sich der Cobb-Winkel in 17 Prozent der Fälle, verschlechterte sich bei 21 Prozent und blieb unverändert bei 62 Prozent. Im Vergleich verbesserten sich in der Kontrollgruppe nur vier Prozent, 50 Prozent wurden schlechter und 46 Prozent blieben gleich. Auch in anderen Parametern, zum Beispiel der Rumpfrotation und der Lebensqualität, waren die Übenden überlegen. Daneben spielte auch die Therapiecompliance eine Rolle: So verschlechterte sich bei den Probanden mit guter Compliance kein einziger im Cobb-Winkel, während bei denen mit mangelhafter Mitarbeit 46 Prozent schlechter wurden.