Therapie
pt Oktober 2022

Was ist zu den Effekten von lokaler Vibrationstherapie bekannt?

Die Anfänge der lokalen Vibrationstherapie liegen fast 100 Jahre zurück. Da diese Therapiemethode noch nicht flächendeckend verbreitet ist, begegnen ihr manche Therapeutinnen und Therapeuten zunächst eher skeptisch und zurückhaltend. Vielerorts wird die Frage nach der Evidenz des Behandlungsprinzips gestellt.

Ein Beitrag von Ole-Christoph Siefke
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Der Artikel stellt verschiedene Anwendungsoptionen der lokalen Vibrationstherapie im therapeutischen Alltag dar und bezieht sich dabei auf die aktuelle Studienlage bei diversen Indikationen, ohne dabei Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Zentrale Ansatzpunkte sind dabei eine aktivierende Wirkungsweise durch die Auslösung des tonischen Vibrationsreflexes (TVR), eine lokale Durchblutungsförderung und der Aspekt der Schmerzlinderung, der mit bestimmten Frequenzbereichen assoziiert wird.

Symptomorientierte Einsatzmöglichkeiten

Die lokale Vibrationstherapie erweitert seit geraumer Zeit das therapeutische Behandlungsspektrum in der Physiotherapie. In der lokalen Vibrationstherapie wird eine Schallwelle definierter Frequenz lokal an das Gewebe appliziert und als Vibration weitergeleitet. Das Funktionsprinzip wurde 1928 durch die Forschungen von Dr. Erwin Schliephake populärer. Dabei stand vor allem der aktivierende Aspekt der Vibrationen im Fokus der Untersuchungen. Die Wirkweise der verwendeten vibratorischen Reize basiert auf dem tonischen Vibrationsreflex und der dadurch entstehenden Aktivierung der Muskelspindel. Die entstehende Kontraktion der Muskulatur wird über polysynaptische Reflexbögen gesteuert. Optimalerweise liegen die Vibrationen hierfür in einem Frequenzrahmen zwischen 30 Hertz (Hz) und 100 Hz.