Politik
pt September 2021

Was kann die Physiotherapie zum Umweltschutz beitragen?

Der Klimawandel wird zunehmend spürbar – auf vielen Ebenen und nicht nur in weit entfernten Ländern. Die moderne, evidenzbasierte Physiotherapie hat eine größere Bedeutung für Nachhaltigkeit und Umweltschutz, als viele auf den ersten Blick vermuten. Mittlerweile sorgen internationale und nationale Organisationen dafür, dass das Bewusstsein für dieses Thema auch in unserer Berufsgruppe steigt.

Ein Kommentar von Andreas Alt
Lesezeit: ca. 8 Minuten
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Die Bewegung Fridays for Future sendet wegweisende Signale zu den Folgen des menschengemachten Klimawandels (1). Handlungsaufforderungen richten sich vor allem an die stetig ressourcenfordernde Industrie (1). Der Gesundheitssektor ist aber stärker vom Klimawandel betroffen als es den Anschein macht – und das betrifft auch die Physiotherapie. Die wissenschaftlichen Abteilungen unterschiedlicher medizinischer Disziplinen – ärztliche Medizin, Pharmazie, Psychologie, Pflegebereich und Gesundheitswissenschaften – befassen sich schon seit vielen Jahren mit dem Einfluss von Klima und Umwelt auf die menschliche Gesundheit (2). Die Physiotherapie beschäftigt sich erst vergleichsweise kurz mit diesem Thema. Es gibt internationale Akteure, dazu gehören die Organisationen Environmental Physiotherapy Association (EPA) und Health for Future – Physiotherapy (H4FP) mit daran angeschlossenen Untergruppen, aber auch eine deutschsprachige Organisation mit den Namen Physios für planetare Gesundheit (PPG) (3).

Surftipps

Environmental Physiotherapy Association: pt.rpv.media/3g6

Health for Future: pt.rpv.media/3g7

Der Mensch beeinflusst Natur und Umwelt (Anthropozän), aber auch die Umwelt hat Auswirkungen auf den Menschen. Die Bedeutung dieser Erkenntnisse wird untermauert durch die 2001 von der World Health Organisation entwickelte International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) (4). Dabei zu bedenken ist die Vielschichtigkeit der Umwelt: Aus aktuellen Untersuchungen wissen wir beispielsweise, dass durch die steigenden Temperaturen die Inzidenzen von Krankheiten dort ansteigen, wo sie andernfalls nicht zu erwarten wären (5). Dazu zählen zum Beispiel kardiovaskuläre Erkrankungen aufgrund von extremen Temperaturunterschieden, wie Hitzewellen, die den menschlichen Organismus destabilisieren. Hinzu kommen an vielen Orten auch eine mangelhafte Versorgung mit lebensnotwendigen Nährstoffen und Flüssigkeit (5).

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pt September 2021

Erschienen am 10. September 2021