Zu den „High Tech“-Analysen gehören auch Wearables und Trainables, die dem Sportler selbst, aber auch dem Trainer und Therapeuten wertvolle Informationen liefern können.

Ein wesentlicher Vorteil ist die Tragbarkeit der Sensoren – „Wearables“ – und damit die Sammlung der relevanten Daten im Alltag und beim Sport. Im Bereich des Profisports helfen diese Sensoren die Trainingsbelastung der Athleten zu erfassen. Daraus konnten gerade beim Profifußball schon sehr wertvolle statistische Korrelationen zwischen Belastungsvolumina /-intensitäten und Verletzungsraten gewonnen werden. Beim Alltagsathleten wie beim Profi können mit einfachen Mitteln Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität, Schritte, Strecke, Tempo, Dauer und Höhe erfasst werden. Im Profibereich werden zunehmend auch mobile EMG-Daten der arbeitenden Muskulatur erfasst.

Zusätzlich zu den Trainingsdaten sind die Daten zur Regeneration des Sportlers entscheidend. Schlafdauer und -qualität, der Ruhepuls, das vegetative Nervensystem des Sportlers, sein Empfinden können heute mit technischen Hilfsmitteln einfach erfasst werden. Bei Belastung und Regenration sind vor allem die Daten der einzelnen Spieler entscheidend und weniger der Teamdurchschnitt. Nicht zuletzt kann auch das Sportgerät, zum Beispiel der Fußball, mit Sensoren ausgestattet sein und somit Daten liefern. Der Analyst dieser Daten ist im Profifußball und in anderen Sportarten ein wichtiges Teammitglied des Betreuerstabs. Gerade vom Blickwinkel des „Return-to-Sport“ sind intelligente Orthesen und Bandagen interessant, die die erreichten Winkelstellungen eines Gelenks erfassen und speichern. Der Therapeut kann auf diese Weise genau erkennen, wie mobil der Patient im Alltag ist und seine Therapie und die Einstellung der Orthese daran anpassen.

Zusätzlich können Trainables unmittelbar ein Signal zur Korrektur geben. Eine bekannte Situation aus dem Alltag ist das Warnsignal, das ertönt, sobald man mit dem Auto fährt, ohne angeschnallt zu sein. Wissen die meisten Autofahrer, dass es sinnvoll und wichtig ist, sich anzuschnallen – natürlich. Ist es wahrscheinlicher, dass sie es tun, wenn ein unangenehmes Geräusch ertönt, falls sie ohne Sicherheitsgurt fahren? Ich gehe sehr stark davon aus. Wie oft haben wir als Kinder gehört „Sitz gerade!“. Hat es viel gebracht? Es darf bezweifelt werden, wenn man sich im Alltag umschaut.

Für dieses Problem wurde ein Sensor zum Aufkleben auf den Rücken entwickelt, der bei zu starker Beugung oder Streckung vibriert. Somit wird der Träger unmittelbar aufgefordert, seine Haltung zu korrigieren. Das Tragen dieses Sensors für wenige Minuten am Tag konnte in verschiedenen Studien eine dauerhafte Verbesserung der Körperhaltung nachweisen. Trainables geben dem Träger ein unmittelbares Feedback und fordern zum Handeln auf.

Die Entwicklung der Wearables und Trainables wird in den kommenden Jahren mit Sicherheit weitere große Fortschritte machen. Eine ganz entscheidende Frage, die sich Sportler, Therapeut und Trainer bei der Vielzahl an Angeboten stellen sollten, lautet: Wird die gewonnene Information aus diesem Test mein Training beeinflussen?

Für diesen Beitrag wurden Auszüge aus dem Buch „Return-to-Sport“ verwendet.