Statistisch gesehen sind Frauen um die 50 die häufigste Patientengruppe in der physiotherapeutischen Praxis – das geht aus einer aktuellen Publikation des Robert Koch Instituts hervor. Aber nicht nur Alter und Geschlecht spielen eine Rolle: Auch bei Bildung und Wohnort finden sich signifikante Unterschiede. Doch warum ist das so?

Der Bedarf steigt

Die Deutschen nehmen immer häufiger physiotherapeutische Leistungen in Anspruch. Laut Kennzahlen des GKV-Spitzenverbands gaben im Jahr 2016 die gesetzlichen Krankenkassen 6,48 Milliarden Euro für Heilmittel aus. Vergleicht man die Kosten für Heilmittel in den ersten drei Quartalen von 2016 und 2017, ist ein Anstieg von 4,74 Milliarden auf 5,01 Milliarden zu verzeichnen (1). Das Robert Koch Institut hat zur Inanspruchnahme physiotherapeutischer Leistungen in Deutschland ein Factsheet (2) veröffentlicht: Darin werden Daten der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA 2014 / 2015) bewertet (3). Die Teilnehmer der Studie waren gesetzlich oder privat versichert. Ein Fünftel gab an, innerhalb der letzten zwölf Monate eine physiotherapeutische Leistung erhalten zu haben.