Wissenschaftler aus Melbourne werteten die Daten aus drei randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 341 Gonarthrose-Patienten aus. Die regelmäßige Durchführung der instruierten Übungen (Übungsadhärenz) wurde von den Studienteilnehmern selbst auf einer numerischen Skala angegeben (null = keine Übungen, zehn = volle Adhärenz). Drei Verläufe kristallisierten sich heraus: Die größte Gruppe bildeten 157 Probanden, deren Adhärenz schnell schlechter wurde – während sie zwölf Wochen nach Beginn der Intervention auf der Skala noch einen Wert von durchschnittlich 7,7 angaben, waren es nach 22 Wochen nur noch 4,2. Die Übungsbereitschaft der nächstgrößeren Gruppe (153 Probanden) nahm langsamer ab und die letzte Gruppe mit 21 Personen übte bereits von Beginn an wenig (2,2 ± 1,4 auf der Ratingskala), dies änderte sich auch nicht im Untersuchungszeitraum. Die Probanden mit rapide abfallender Adhärenz hatten zu Studienbeginn weniger Schmerzen und eine bessere Funktion im Western Ontario and McMaster Universities Osteoarthritis Index (WOMAC) im Vergleich zu den Probanden mit langsam nachlassender Adhärenz. Diese Erkenntnisse könnten in der Praxis helfen, gefährdete Patienten zu identifizieren und bedarfsgerecht zu unterstützen, um die regelmäßige selbstständige Durchführung der Übungstherapie zu gewährleisten.