15 bis 20 Minuten Therapiezeit für gesetzlich versicherte Patienten sind herzlich wenig – darüber sind sich wohl alle Beteiligten einig. Es gibt daher mittlerweile Praxen, die ihren Patienten bei einem Rezept vorschlagen, sich noch zusätzlich Zeit für Extra-Therapie dazuzukaufen. Doch ist das erlaubt? Hier ist die Expertise eines erfahrenen Rechtsanwalts zum aktuellen Rechtsstand gefragt.

Ein Fall aus der Praxis

Zur Verdeutlichung ein Beispiel. Stellen wir uns einen Patienten vor, der wegen Rückenschmerzen einen Arzt aufsucht. Der Arzt ist nach Anamnese und Untersuchung der Ansicht, dass Krankengymnastik (KG) indiziert ist und stellt eine entsprechende Verordnung aus. Vorher wirft er natürlich einen Blick in die Heilmittelrichtlinie beziehungsweise den Heilmittelkatalog. Dort findet er die Information, dass die Regelbehandlungszeit für KG 15 bis 25 Minuten beträgt. Er geht also bei der Erstellung der Verordnung davon aus, dass der Patient 15 bis 25 Minuten behandelt wird.