Wissenschaftler der La Trobe University in Australien untersuchten Faktoren, welche die Prognose bei Kreuzschmerzen beeinflussen. Dazu werteten sie die Daten von 300 Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren mit anhaltenden LWS- und / oder Beinschmerzen aus (Beschwerdedauer länger als sechs Wochen, aber kürzer als sechs Monate). Die relevanten klinischen Zielgrößen waren die Numerische Schmerzskala für Bein- und Rückenschmerzen und der Oswestry Disability Index zur Erfassung der Aktivitätseinschränkung. Zu den Prädiktoren gehörten unter anderem die Einteilung in Kreuzschmerz-Subgruppen, demografische Informationen (Alter, Geschlecht et cetera) und Untersuchungsbefunde. Von 58 gefundenen prognostischen Faktoren zeigten 15 signifikante Zusammenhänge mit wenigstens einem der drei Outcomes. Eine günstige Prognose hatten Patienten, die folgende Bedingungen erfüllten: Gehen lindert Schmerzen, geringer Tonus des M. transversus abdominis, Parästhesien unterhalb der Taille und Zugehörigkeit zu einer von zwei Kreuzschmerz-Subgruppen. Andere Faktoren machten hingegen eine negative Prognose wahrscheinlicher; dazu zählten unter anderem längere Krankschreibung, Entzündung, höhere Schmerzintensitäten, größere Ausbreitung der Schmerzen, reduzierte Hebeleistung und Arbeitsfähigkeit sowie ein hoher Tonus der Mm. multifidi. Dieses vorläufige Modell prognostischer Faktoren sollte weiter validiert werden, bevor es flächendeckend im klinischen Alltag eingesetzt werden kann.