In ihrer Kohortenstudie gingen norwegische Wissenschaftler dieser Frage nach. Sie stellten rückwirkend das Ergebnis der physiotherapeutischen Behandlung von 81 Patienten mit unspezifischen Nackenschmerzen in Bezug zur Ausgangslage. So analysierten sie die Prädiktoren, also die Vorhersagefaktoren, für das Therapieergebnis. Zu Behandlungsbeginn und nach zwei Monaten wurden erfasst:

  • subjektiv empfundener Therapieerfolg (Global Perceived Effect – GPE)
  • Beweglichkeit und Sensomotorik (3D-Motion Tracking System)
  • Einschränkungen (Neck Disability Index – NDI)
  • Funktion (Patient Specific Functional Scale – PSFS)
  • Kinesiophobie (Tampa Scale for Kinesiophobia)
  • Katastrophisieren (Pain Catastrophising Scala – PCS)
  • Selbstwirksamkeit (Pain Self-Efficacy Scale – PSES)

Die Patienten waren zwischen 18 und 67 Jahre alt und klagten seit mindestens zwei Wochen über Nackenschmerzen mit moderater Intensität (NRS ≥ 3 am Testtag). Nicht eingeschlossen wurden Patienten unter anderem nach HWS-Traumen, mit neurologischen Symptomen oder Sehstörungen. 61 Patienten wurden in Zentren der Primärversorgung von Physiotherapeuten individuell behandelt. Die Therapie umfasste zu 52 Prozent Übungsanleitungen, 45 Prozent Manipulationen / Mobilisationen, 43 Prozent Massage, 27 Prozent Information und Aufklärung, 23 Prozent Dry Needling und 14 Prozent kognitive Verhaltenstherapie. Diejenigen Patienten (n = 20), die Spezialkliniken (Sekundärversorgung) aufgesucht hatten, wurden außerdem von Ärzten, Psychologen und Sozialarbeitern betreut. Die multimodale Therapie beinhaltete Patientenedukation, Übungen, kognitive Verhaltenstherapie und Heimübungen. Die Patienten der Primär- und Sekundärversorgung waren vergleichbar, bis auf die Schmerzdauer. In der Spezialklinik wurden vor allem chronische Patienten behandelt.