Forscher aus Hongkong verglichen, wie zwei physiotherapeutische Interventionen die motorische Kontrolle beeinflussen. Dazu randomisierten sie 101 Patienten im Alter zwischen 20 und 54 Jahren mit arbeitsplatzbedingten Schulter-Nacken-Beschwerden in zwei Gruppen. Während die Kontrollgruppe (n = 50) Behandlungen zur Schmerzlinderung und allgemeine Übungen erhielt, waren die Übungen zur Verbesserung der motorischen Kontrolle in der Experimentalgruppe („Ergomotor“, n = 51) individuell abgestimmt; zusätzlich wurden diesen Probanden ergonomische Anpassungen am Arbeitsplatz empfohlen. Beide Interventionen dauerten zwölf Wochen. Nach Studienende zeigte die Experimentalgruppe signifikant weniger Aktivität des M. trapezius pars descendens und des zervikalen M. erector spinae bei Kopfbewegungen und während des Hebens eines Gewichtes. Die Kontrollgruppe verbesserte sich hier nicht. Auch zeigten die Teilnehmer der Ergomotorgruppe eine höhere Bewegungsgeschwindigkeit und Beschleunigungsfähigkeit. Die Schmerzlinderung nach Studienende und bei der Nachuntersuchung ein Jahr später war hingegen vergleichbar in beiden Gruppen. Die Integration von ergonomischen Hinweisen für den Arbeitsplatz und spezifischen Übungen zur Verbesserung der motorischen Kontrolle im Schulter-Nacken-Bereich wird empfohlen.