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Mit dieser Fragestellung beschäftigen sich Forscher aus Australien. Sie verglichen an insgesamt 204 Patienten die Effekte von drei verschiedenen Strategien: 1) Edukation und physiotherapeutisch angeleitete Übungen über einen Zeitraum von acht Wochen (n = 69), 2) eine Kortison-Injektion durch einen erfahrenen Radiologen (n = 66) und 3) Abwarten nach einmaliger Beratung durch einen Physiotherapeuten (n = 69). 167 Patienten waren Frauen. Das Durchschnittsalter in der Stichprobe betrug rund 55 Jahre. Die Teilnehmer litten seit mindestens drei Monaten an lateralen Hüftschmerzen (> 4 / 10 Punkte auf der Numerischen Schmerzskala). Die Diagnose musste klinisch und via Magnetresonanztomografie bestätigt worden sein. Vorherige Kortison-Injektionen in den letzten zwölf Monaten, eine Hüft-TEP, physiotherapeutische Behandlungen und neurologische Erkrankungen gehörten zu den Ausschlusskriterien. Das Programm für die physiotherapeutisch betreute Gruppe beinhaltete 14 individuelle Termine über acht Wochen, die erste Einheit dauerte 60 Minuten, die folgenden jeweils 30 Minuten. Dazu gehörten Information und Beratung zu Belastung und Belastbarkeit von Sehnengewebe, tägliche Heimübungen vor allem zur Kräftigung der Hüftabduktoren sowie zur dynamischen Kontrolle der Adduktion während funktioneller Aktivitäten. Gemessen wurden die Effekte nach acht und 52 Wochen über die von den Patienten berichtete Veränderung (Global Rating of Change), die dann durch die Forscher in „Erfolg“ oder „kein Erfolg“ kategorisiert wurde, sowie die Schmerzintensität in der letzten Woche. 189 Patienten standen auch für die Nachuntersuchung nach 52 Wochen zur Verfügung. Die Erfolgsraten verteilten sich nach acht Wochen wie folgt über die drei Gruppen: In der Edukations- und Übungsgruppe wurden 51 Patienten als erfolgreich behandelt bewertet, in der Kortisongruppe waren es 38 und in der Gruppe ohne Therapie 20. Die Patienten in den beiden Therapiegruppen hatten weniger Schmerzen als die Abwarten-Gruppe, wobei die Schmerzreduktion in der Edukations- und Übungsgruppe am größten war. Nach 52 Wochen war die Verteilung der Erfolgsraten ähnlich, wobei über die Zeit bei 31 Patienten alleine durch Abwarten eine Verbesserung eintrat (Global Rating of Change). Insgesamt betrachtet empfehlen die Autoren Edukation und Übungen als effektive Maßnahme für Patienten mit glutealer Tendinopathie.