[mk] Spielt der übermäßige Konsum von Alkohol eine Rolle bei HIV-Patienten? Diese Fragestellung beschäftigte US-amerikanische Forscher in einer Studie. Die knapp 600 Personen umfassende Probandengruppe, die Alkoholmissbrauch betrieben, bestand zu etwa 97 Prozent aus Männern. Während der zwölfmonatigen Untersuchungsdauer befragten die Forscher die Teilnehmer regelmäßig zu ihren Trinkgewohnheiten und ermittelten die Anzahl der Tage, an denen sie viel tranken. Nach dem Studiendesign handelte es sich dann um ungesundes Trinken, wenn Frauen mindestens vier und Männer mindestens fünf alkoholische Getränke pro Tag zu sich nahmen. Außerdem wurde festgestellt, ob sich die Anzahl der Tage mit übermäßigem Alkoholkonsum im Laufe des Untersuchungszeitraumes änderte oder konstant blieb. Die Experten bezogen in ihre Auswertung ebenso mit ein, ob sich die Betroffenen an den Therapieplan hielten und ob es einen Zusammenhang mit der Viruslast der Teilnehmer gab.

Die Forscher kamen zu folgenden Ergebnissen: Falls sich die Anzahl der Tage mit Alkoholmissbrauch reduzierte und sich die Teilnehmer an den Therapieplan hielten, war die Chance auf eine hinreichende Unterdrückung des Virus größer. Dieser Wert wurde für die Untersuchung auf höchstens 75 Kopien pro Milliliter festgelegt. Für den Fall eines konstant bleibenden Niveaus konnte gezeigt werden, dass das Risikoverhalten niedriger ausfiel als bei Personen, deren Alkoholkonsum zunahm. Als Beispiel führten die Wissenschaftler ungeschützten Geschlechtsverkehr mit HIV-negativen Personen an. Auch verringerte sich pro Tag, an dem ungesunde Mengen Alkohol getrunken wurden, die Wahrscheinlichkeit der Therapietreue. 

Literatur

Satre DD, et al. 2019. Changes in Days of Unhealthy Alcohol Use and Antiretroviral Therapy Adherence, HIV RNA Levels, and Condomless Sex: A Secondary Analysis of Clinical Trial Data. AIDS Behav. Nov 26. [Epub ahead of print]