Die Gedanken formen die Realität, zumindest die eigene. Wie jemand sich selbst und seine Umwelt wahrnimmt, kann sich sowohl positiv als auch negativ auswirken – auch auf die Genesung. Kognitive Verhaltenstherapie kann helfen, ungünstige Gedankenmuster zu erkennen und zu verändern. Sind auf diesem Ansatz basierende Maßnahmen vielleicht auch für Physiotherapeuten interessant, um ihre Patienten umfassend, weil bio-psycho-sozial zu behandeln?

Kennen Sie das auch? Im Behandlungsverlauf taucht der Gedanke auf: Die Therapie tut dem Patienten zwar kurzzeitig gut, Manuelle Therapie lindert den Schmerz, Übungen verbessern die Gelenkstabilität et cetera … aber irgendwie ist der Erfolg nicht durchschlagend. Man hört dem Patienten gut zu und innere Warnlämpchen leuchten auf: Hoppla, ausgeprägtes Angst-Vermeidungsverhalten! Achtung, geringe Erwartung an die eigene Selbstwirksamkeit! Der Eindruck verstärkt sich: Eigentlich bräuchte mein Patient doch noch etwas anderes, oder? Vielleicht ein psychologisches Coaching, Hilfe zur Selbsthilfe im praktischen Umgang mit der Krankheitsbewältigung.