Patienten kommen mit einem gesundheitlichen Anliegen in die Praxis, nennen wir es ein „Problem“. Das gilt es nun zu lösen. Schon Goethe formulierte einst: Jede Lösung eines Problems ist ein neues Problem. Es stellt sich die Frage, wer denn für die Besserung, Heilung oder Linderung verantwortlich ist und wer das Potenzial zur Problemlösung besitzt. In Bezug auf die Therapiesituation und den Berufsalltag wird des Pudels Kern sichtbar. Denn es stellt sich die Frage: Wer löst nun eigentlich das Problem? Der Patient oder der Therapeut? 

Diese Frage scheint undifferenziert. Die Unterscheidung scheint der Komplexität der Therapiesituation nicht gerecht zu werden. Manche weisen beiden Protagonisten gleichermaßen eine bedeutende Rolle bei der Problemlösung zu oder beantworten die Frage mit einem „das kommt darauf an“. Das scheint offensichtlich und doch führt die schlichte Dichotomie der Frage unzweifelhaft dazu, Farbe zu bekennen und der simplifizierenden Verallgemeinerung liegt eine Botschaft zugrunde. Die Therapie sollte sich auch nach der Antwort richten und Antworten für beide Felder haben.